Weather Report war die künstlerisch bedeutendste und auch kommerziell erfolgreichste Jazz- und Fusion-Band in den 1970er und 80er Jahren, an der sich bis heute viele Musiker verschiedenster Richtungen orientieren.
Die Band
Der Einsatz zweier Perkussionisten förderte die Dynamik und das Spielen komplexer Polyrhythmen. Zawinul löste sich vom alten 32-Takte-System, brach mit dem Thema-Solo-Thema-Schema und führte neue Formen ein. Die heutige Weltmusik wurde in Ansätzen schon damals von Weather Report gespielt. So etwa war das Intro von dem Stück »Black Market« mehr als 20 Jahre lang die Erkennungsmelodie von Radio Dakar im Senegal gewesen.
[ ?I hob' mein eigenen Rhythmus?, Kölner Stadt-Anzeiger, 11. September 2007] Insbesondere das Album «Black Market» fand einen großen Anklang unter Afrikanern, die Zuhörer gingen sogar anfänglich davon aus, dass Zawinul gar kein Europäer, sondern ein Zulu-Name wäre.
[ «Das ist die Kunst», Weltwoche, 2006, Nr. 12, Interview, (PDF-Datei, 2 S.)]Entstanden ist sie durch Mitglieder der Miles-Davis-Band, die Ende der 60er Jahre dort gespielt hatten. Der stabile Kern von Weather Report war das Duo Joe Zawinul (Keyboard) und Wayne Shorter (Saxophon). Gründungsmitglieder waren 1971 neben Joe Zawinul und Wayne Shorter auch Miroslav Vitous am Bass, Alphonse Mouzon am Schlagzeug und Airto Moreira an der Perkussion. An die Stelle von Vitous trat 1976 der Bassist Jaco Pastorius. Für Mouzon kamen Omar Hakim bzw. Peter Erskine. Die Perkussionisten wechselten bei fast jeder neuen Aufnahme (u. a. Alex Acuña, Manolo Badrena, Dom Um Romão).
In den beiden ersten Studioaufnahmen war die Band noch sehr experimentell und rhythmisch; ein Vorbild für das Zusammenspiel war Attila Zollers
The Horizon Beyond[Für Zawinul hörte sich deren Musik nach einer Seelandschaft, Schneestürmen und Frühling an. "Deine Band klingt wie ein Wetterbericht", sagte er zu Zoller. Einige Monate später nannten er und Shorter dann ihre Band Weather Report. Nach Géza Gábor Simon, Immens gut. Attila Zoller. Sein Leben und seine Kunst. Budapest 2003, S. 83]. Mit dem Album
Sweetnighter wurde die Band melodischer und schaffte den Durchbruch auf dem Massenmarkt. Die wohl bekanntesten Stücke aus dieser Zeit sind
Birdland und
Black Market.
Im Jahre 1985 löste sich die Band auf.
Diskografie
- 1971: Weather Report
- 1972: I Sing The Body Electric
- 1972: Live In Tokyo
- 1973: Sweetnighter
- 1974: Mysterious Traveller
- 1975: Tale Spinnin?
- 1976: Black Market
- 1977: Heavy Weather
- 1978: Mr. Gone
- 1979: 8:30
- 1980: Night Passage
- 1982: Weather Report
- 1983: Procession
- 1984: Domino Theory
- 1985: Sportin? Life
- 1986: This Is This
- 2002: Live and Unreleased
- 2006: Forecast: Tomorrow
Zitate