Text Biographie - Sonorika.com



Text


Visite: 263

Text

Text Biographie

Sonorika.com Sonorika.com England Sonorika.com Español Sonorika.com Deutsche


Text (lat. textum: Gewebe, Text) bezeichnet eine abgegrenzte, zusammenhĂ€ngende Äußerung in geschriebener Sprache, im weiteren Sinne auch die nicht geschriebene, aber schreibbare Sprachinformation (beispielsweise eines Liedes, Films oder einer improvisierten TheaterauffĂŒhrung).

Text benötigt zu seiner Darstellung eine Schrift, deren Zeichen Phoneme, Silben oder Wörter bzw. Begriffe kodieren. Verschiedene Kulturen verwenden hierzu unterschiedliche Alphabete.

Durch die EinfĂŒhrung der geschriebenen Sprache wurde eine Möglichkeit geschaffen, Texte, wie zum Beispiel Geschichtsschreibung, ErzĂ€hlungen und Sagen fĂŒr die Nachwelt zu archivieren. Ein großer Teil unseres Wissens ĂŒber vergangene Epochen stammt aus schriftlichen Aufzeichnungen, die archiviert wurden oder zufĂ€llig erhalten blieben. Texte aus Kulturen mit einer schriftlichen Überlieferungstradition unterscheiden sich in ihrem Aufbau von Texten aus Kulturen, in denen die mĂŒndliche Überlieferung eine grĂ¶ĂŸere Rolle spielt.

Schriftlicher Text ist oft urheberrechtlich geschĂŒtzt.

TextualitÀtskriterien

WĂ€hrend die oben angefĂŒhrte Definition eines Textes als ?abgegrenzte schriftliche oder potentiell zu verschriftlichende Äußerung? im Alltag meist ausreichend ist, fĂŒhrt eine genauere, wissenschaftliche Betrachtung zu komplexeren Definitions- und Beschreibungsversuchen.

Die Eigenschaft des ?Text-Seins? bezeichnet man als TextualitĂ€t, die sprachwissenschaftliche Untersuchung von Texten ist die Textlinguistik.Diese Disziplin stellt verschiedene TextualitĂ€tskriterien zur VerfĂŒgung. Robert-Alain de Beaugrande und Wolfgang Ulrich Dressler stellten 1981 eine Reihe solcher Kriterien vor:

  • KohĂ€sion
  • KohĂ€renz
  • IntentionalitĂ€t
  • AkzeptabilitĂ€t
  • InformativitĂ€t
  • SituationalitĂ€t
  • IntertextualitĂ€t


Diese Kriterien beziehen sich einerseits auf die Merkmale des Textes selbst (KohÀsion und KohÀrenz), andererseits auf die Merkmale einer Kommunikationssituation, aus der der betreffende Text entsteht bzw. in der er eingesetzt wird (IntentionalitÀt, AkzeptabilitÀt,InformativitÀt,SituationalitÀt).

Die KohĂ€sion ist der grammatische Zusammenhalt des Textes: Sprachliche OberflĂ€chenstrukturen verschiedener SĂ€tze und anderer Teile des Textes beziehen sich aufeinander und sorgen so fĂŒr eine erkennbare Zusammengehörigkeit. Die KohĂ€renz bezeichnet dagegen den inhaltlichen, logischen Zusammenhang in einem Text. KohĂ€sion und KohĂ€renz gehören zu den am weitestes akzeptierten TextualitĂ€tskriterien, aber auch hier gibt es Abweichungen: Es gibt durchaus Texte, welche aus zusammenhanglosen Worten oder gar Lauten, zum Teil auch aus bis zu bloßen GerĂ€uschen reduzierten Klangmalereien bestehen, und die im Ganzen dennoch vielschichtig interpretierbar, eine eigene Art von TextualitĂ€t erreichen (z. B. Dada-).

Hier kommen die situationsbezogenen TextualitĂ€tskriterien ins Spiel: Texte sind auch dadurch bestimmt, dass ein Sender sie mit einer bestimmten Absicht (Intention) produziert und/oder ein EmpfĂ€nger sie als solche akzeptiert. Ob ein Text fĂŒr einen bestimmten EmpfĂ€nger akzeptabel ist, hĂ€ngt wiederum stark davon ab, ob dieser einen Zusammenhang der empfangenen Äußerung mit seiner Situation herstellen, den Text also in seine Vorstellungswelt ?einbauen? kann (SituationalitĂ€t), und ob der Text fĂŒr ihn informativ ist, also in einem bestimmten VerhĂ€ltnis erwartete und unerwartete, bekannte und neue Elemente enthĂ€lt. Um auf das Beispiel des Dada-Gedichtes zurĂŒckzukommen: Ein nicht offensichtlich kohĂ€siver oder kohĂ€renter Text kann als solcher akzeptabel sein, wenn der EmpfĂ€nger davon ausgeht, dass die Intention des Senders ein hohes Maß an ĂŒberraschenden oder von der Norm abweichenden Elementen im Text erfordert.

Die IntertextualitĂ€t schließlich ist die Eigenschaft eines Textes, mit anderen Texten in Verbindung zu stehen und auf sie Bezug zu nehmen. In literarischen Texten geschieht dies hĂ€ufig durch bewusste Verweise und Zitate, IntertextualitĂ€t kann ihren Ausdruck jedoch z. B. auch darin finden, dass ein Gebrauchstext die ĂŒblichen Konventionen seiner Textsorte erfĂŒllt.

Die einzelnen hier angefĂŒhrten TextualitĂ€tskriterien sind in ihrer Interpretation durch de Beaugrande/Dressler zum Teil umstritten. Allgemein anerkannt ist, dass ein Text eine erkennbare kommunikative Funktion hat, die durch die kommunikative Absicht des Senders und die Erwartungen des EmpfĂ€ngers bestimmt wird, dass er als Äußerung abgegrenzt und thematisch orientiert ist, d. h. ĂŒber einen inhaltlichen Kern verfĂŒgt.

Diskurstheorie

In der Diskurstheorie ist Text das Produkt der SprachtĂ€tigkeit und hat soziale Funktionen wie die, dass (sehr allgemein formuliert) Menschen einen Gedanken sprachlich ausformulieren, damit sie von anderen (oder auch von sich selbst) rezipiert werden können. Der Begriff Text ist deshalb aus diskursanalytischer Perspektive sehr ungenau, da der Begriff Text eine (thematische) Einheitlichkeit unterstellt. In der Wirklichkeit sind Texte nur in der Ausnahme thematisch homogen. Siegfried JĂ€ger fĂŒhrt deshalb zur weiteren Differenzierung den Begriff des Diskursfragments ein.

Literatur

  • Robert-Alain de Beaugrande, Wolfgang Ulrich Dressler: EinfĂŒhrung in die Textlinguistik. Niemeyer, TĂŒbingen 1981.
  • Susanne Horstmann: [1] Text. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, Bd. 3, de Gruyter, Berlin / New York 2003, S. 594-597. ISBN 3-11-015664-4
  • Siegfried und Margarete JĂ€ger: Kritische Diskursanalyse. Eine EinfĂŒhrung. 4. erw. Auflage. Duisburg, MĂŒnster 2004. ISBN 3-89771-732-8.
  • Stephan Kammer, Roger LĂŒdeke (Hrsg.): Texte zur Theorie des Textes. Reclam, Stuttgart 2005 (=RUB 17652), ISBN 3-15-017652-2.
  • Ludolf Kuchenbuch, Uta Kleine (Hrsg.): Textus' im Mittelalter. Komponenten und Situationen des Wortgebrauchs im schriftsemantischen Feld. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006. ISBN 978-3-525-35868-9
  • Maximilian Scherner (1996): "TEXT". Untersuchungen zur Begriffsgeschichte'.' In: Archiv fĂŒr Begriffsgeschichte. 39, 1996,S. 103 - 160.


Siehe auch

  • Sprachwissenschaft
  • Literatur
  • Grammatik
  • Textsorte


Weblinks



Literarischer Begriff Sprachwissenschaft

TextTekstTextTekstoTextoTexteTextoTextoTesto?????????TekstTekstTekstTexto?????TextTextText

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Text
Ihr Inhalt steht unter der GNU Free Documentation License