thumb|John Lennon 1969
John Winston Lennon (später
John Winston Ono Lennon) MBE (* 9. Oktober 1940 in Liverpool, England; ? 8. Dezember 1980 in New York, USA) war ein englischer Musiker, Komponist und Autor. Er war Mitgründer der britischen Musikgruppe The Beatles, für die er mit Paul McCartney die meisten Stücke schrieb. Lennon wurde 1980 ermordet.
Leben
thumb|Das Haus von Tante ?Mimi? in der 251 Menlove AvenueJohn Winston Lennon wurde am 9. Oktober 1940 in Liverpool geboren. Seine Eltern waren Alfred (*1912,?1976) und Julia Lennon (geb. Stanley; *1914,?1958). Nachdem sich seine Eltern 1942 getrennt hatten, gab Julia ihren Sohn zu ihrer Schwester Mary Smith, genannt ?Mimi?, und deren Mann George. Lennon wuchs bei seiner Tante und seinem Onkel auf und hatte nur wenig Kontakt zu seinen Eltern. Ab 1956 hatte der 16-jährige Lennon wieder regelmäßigen Kontakt zu seiner Mutter, die ihm das Spielen des Banjos beibrachte, lebte jedoch nicht bei ihr. Julia Lennon kam 1958 bei einem Autounfall ums Leben, zu einem Zeitpunkt, als John Lennon eine intensivere Beziehung zu ihr aufgebaut hatte. Sie wurde von einem betrunkenen Polizisten überfahren, was Lennon später in seinen Kompositionen ?Julia?, ?My Mummy?s Dead? und ?Mother? thematisierte.
Im Jahr 1962 heiratete der 21-jährige Lennon seine Jugendfreundin Cynthia Powell in Liverpool. Lennons Sohn Julian Lennon wurde am 8. April 1963 geboren. Die Scheidung von Cynthia erfolgte 1968. Kurz darauf heiratete Lennon Yoko Ono. Im Jahr 1975 wurde der gemeinsame Sohn Sean Lennon geboren.
Beatles
Hauptartikel The BeatlesAm 9. Oktober 1940 geboren, war Lennon zwar nicht der Älteste der Gruppe (Schlagzeuger Ringo Starr ist einige Monate älter), wurde aber als deren Anführer angesehen ? obwohl Paul McCartney ein gleicher Anteil an Erfolg und musikalischer Qualität der Beatles beizumessen ist. Während McCartney jedoch eher als braver Schwiegersohn galt, repräsentierte Lennon das Kantige, Schroffe und Unangepasste.
1962 erhielten die Beatles ihren ersten Plattenvertrag bei Parlophone, einem Unterlabel der EMI. Damit nahm die einmalige Karriere der Band ihren Anfang. Am 10. April 1970 trennten sich die Beatles. An diesem Tag verkündete Paul McCartney die offizielle Auflösung der Beatles und kam damit Lennon nur kurz zuvor, der die Gruppe ebenfalls zu beendigen wünschte. Die Beatles sind bis heute mit 1,3 Milliarden verkauften Tonträgern die erfolgreichste Band aller Zeiten.
Lennon als Autor
1964 und 1965 erschienen zwei Sammlungen skurriler Kurzgeschichten Lennons, die von ihm auch illustriert wurden:
In His Own Write (1964) (dt. Titel: In seiner eigenen Schreibe) und
A Spaniard In The Works (1965) (dt. Titel: Ein Spanier macht noch keinen Sommer). Die Lennon-Bücher stehen in der Tradition der englischen Nonsens-Literatur.
In His Own Write von 1964 besteht aus einer Reihe von Kurzgeschichten, die mit Zeichnungen illustriert sind. Der Inhalt ist meist surreal und satirisch. Das Buch war die erste Soloveröffentlichung eines der Beatles. Der Titel ?In His Own Write? ist ein Wortspiel, es kann ?In seiner eigenen Schreibe? heißen, oder, dem Klang nach, ?Aus eigenem Recht?. Sein Inhalt wäre mit ?vielschichtig? nur sehr unzulänglich beschrieben.
Am 23. März 1964, dem Tag seines Erscheinens, verkaufte sich das Buch sofort mit 40 000 Exemplaren. Die Literatur-Zeitschrift ?Times Literary Supplement? empfahl es ihren Leser und die BBC musste, wie sie gestand, bei der Lektüre ?jede Minute einmal lachen?. Das Buch enthielt Gedichte, Kurzgeschichten, Dialoge, Szenen und Fragmente. In dem Buch findet sich auch die Zeile: ?He had a hard days night that day.? Aus ihr ist eines der frühen Meisterwerke der Beatles geworden.
A Spaniard In The Works ist wieder ein Wortspiel, phonetsich klingt der Titel ?A spanner in the works?. Das Buch enthält 18 illustrierte Kurzgeschichten im Stil des Vorgängers. In beiden Werken werden den englischen Sätzen an vielen Stellen Nonsenswörter hinzugefügt, unter ihnen die Wörter Goggledegook, merry Chruztchove, graun, grattie, geltzie, Bilt zeitung, varuom, sniedypipe, groppy, gribble und grabble.
John und Yoko
thumb|Proben zu
Give Peace a Chance, 1969Seit dem Herbst 1966, nachdem die Beatles entschieden hatten, nie wieder öffentlich aufzutreten, widmete sich Lennon Solo-Projekten. Er übernahm eine Nebenrolle als
Private Gripweed in Richard Lesters Antikriegsfilm
Wie ich den Krieg gewann, der in Spanien und der Lüneburger Heide gedreht wurde. Im selben Jahr lernte er auf einer Ausstellung in London die in New York lebende japanische Künstlerin Yoko Ono kennen ? sie war später für Lennon der Anlass, sich von Ehefrau Cynthia und Sohn Julian zu trennen.
Für Aufregung sorgten Lennon und Ono 1968 mit dem Album
Two Virgins. Weniger wegen des Inhalts, eine in einer Nacht erzeugte Toncollage aus elektronischen Klängen und Gekreische Onos, sondern wegen des Covers, auf dem das Paar nackt abgelichtet ist. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Plattenfirma kam es schließlich auf den Markt ? zu haben war und ist es allerdings nur unter der Ladentheke und in braunem Papier eingehüllt. 1969 folgten zwei weitere Avantgarde-Alben,
Unfinished Music No.2: Life with the Lions und
The Wedding Album, die selbst hartgesottene Beatles-Fans eher irritierten und nur einige tausend Mal verkauft wurden.
Für negative Schlagzeilen sorgte im Oktober 1968 der Fund einiger Gramm Haschisch bei einer polizeilichen Durchsuchung von Lennons Wohnung in London. Das Gerichtsurteil war mild, aber das Verfahren wirkte sich negativ auf die öffentliche Wahrnehmung des Paares aus. Als Lennon später in den USA leben wollte, wurde ihm aufgrund dieser Vorstrafe vier Jahre lang die Arbeitserlaubnis, die sogenannte Green Card, verweigert, bis er sie in einem Gerichtsverfahren zugesprochen bekam.
Ihre unangekündigte Hochzeit auf Gibraltar im März 1969 repräsentierte die endgültige Abwendung Lennons von den Beatles. Die Flitterwochen wurden zu einem medialen Ereignis. Im Bett sitzend veranstaltete das Paar in verschiedenen Städten ?Bed-Ins?, mit denen sie für den Weltfrieden werben wollten. Von der Presse umzingelt, kam in Montreal das Lied
Give Peace a Chance zustande, das zu einer Hymne der Friedensbewegung wurde und Lennon zu einer ihrer Hauptfiguren machte. Der erste Auftritt der Plastic Ono Band in Toronto im September 1969, dessen Mitschnitt als Lennons viertes Solo-Album
Live Peace in Toronto 1969 erschien, bedeutete das faktische Ende der Beatles ? auch wenn die offizielle Bekanntgabe erst einige Monate später erfolgte. Weitere Mitglieder der Band waren Alan White, Klaus Voormann und Eric Clapton. Die Plastic Ono Band trat in dieser Besetzung jedoch nur zweimal auf.
Vom Ballast seiner Rolle befreit, widmete sich Lennon nach der Trennung der Beatles im April 1970 sich selbst, seiner Kindheit und seinen Jahren mit den Beatles. Das musikalische Ergebnis war das fünfte Soloalbum
John Lennon/Plastic Ono Band. Die minimalistischen, von Phil Spector fast primitiv produzierten Stücke wurden von Kritikern gelobt. ?Es sind die besten, die Lennon ohne McCartney jemals schreiben wird, ein Mensch, der Wut und Verzweiflung aus sich herausschreit, um einen neuen Sinn im Leben zu finden.?, schrieb das ?Rolling Stone?-Magazin 1972.
[Rolling Stone Magazin, 3/1972, S.55 ff.]Das Nachfolgealbum im Jahre 1971 hieß
Imagine und wurde weltweit sehr erfolgreich. Mit dem Titelstück
Imagine und
Jealous Guy enthält es zwei von Lennons größten Soloerfolgen. Nirgendwo wird John Lennons Traum von einer besseren Welt deutlicher als in
Imagine. Lennons Hymne für mehr Menschlichkeit gehört zu den meistgespielten Singles des vergangenen Jahrhunderts. Die Hörer der BBC wählten
Imagine sogar zum beliebtesten Popsong aller Zeiten. Im ?John Lennon Airport? in Liverpool wurde eine Textzeile des Lieds unter die Decke des Terminals verewigt:
above us only sky. Bis heute gilt die LP als seine wichtigste Veröffentlichung.
1972 folgte das von Lennon, Ono und diversen anderen Künstlern eingespielte Doppel-Album
Some Time in New York City, das Lennons politischste Veröffentlichung darstellt. Neben einigen Live-Aufnahmen enthält das Album diverse Polit-Songs zu verschiedenen Themen. Zum Beispiel
Attica State, über den Strafvollzug in den USA,
John Sinclair, eine Solidarisierung mit dem Anarchisten John Sinclair,
The Luck Of The Irish und
Sunday Bloody Sunday , ausgelöst durch den Blutsonntag vom 30. Januar 1972 über die Nordirlandpolitik Großbritanniens und
Angela, eine Hymne über die Bürgerrechtlerin Angela Davis. Kommerziell wurde das Doppelalbum ein Flop. Lennons Image als Polit-Aktivist wurde gefestigt.
Die zwei folgenden Alben nahm Lennon ohne Yoko Ono auf.
Mind Games (1973) und
Walls And Bridges (1974), das Nummer 1 in den USA wurde, zeigen einen etwas reiferen Lennon, die Songs wurden wieder persönlicher.
Im Herbst 1974 trennten sich Ono und Lennon vorübergehend. Mit Onos Sekretärin May Pang zog Lennon nach Los Angeles und lebte über ein Jahr lang mit Harry Nilsson, Ringo Starr und anderen im Drogen- und Alkoholrausch. Irgendwie schaffte er es währenddessen, mit Phil Spector sein zehntes Solo-Album
Rock ?n? Roll fertigzustellen ? ein Album mit Rock-?n?-Roll-Klassikern, das nicht erfolgreich wurde.
Ende 1975 kehrte Lennon zu Ono zurück. Angeblich nach einer verlorenen Wette mit Elton John, der es mit einer Coverversion von
Lucy in the Sky with Diamonds auf den ersten Platz der US-Charts gebracht hatte, gaben beide 1975 einen gemeinsamen Auftritt im Madison Square Garden in New York. Lennon stand hier zum letzten Mal auf der Bühne. Kurz darauf schrieb Lennon gemeinsam mit David Bowie dessen Hit
Fame.
Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Sean 1975 verschwand Lennon fünf Jahre lang aus der Öffentlichkeit. Über diese Zeit, die er in seiner Wohnung im luxuriösen Dakota Building, am Rande des Central Park, verbrachte, gibt es unterschiedliche Meinungen. In einem Interview mit dem Playboy beschreibt sich Lennon 1980 als Familienvater, der den Sohn großzieht, während sich seine Frau um die Finanzen kümmert. Die Aussagen Onos und Sean Lennons decken sich mit dieser Darstellung. Skandalbiograf Albert Goldmann erhebt dagegen die kontroverse These von einem Heroinsüchtigen und Kettenraucher, der so viel Zeit in der Badewanne verbrachte, dass sich seine Haut fast vom Körper ablöste und der ständig umsorgt werden musste.
Nach eigenen Angaben nahm Lennon erst 1980 wieder die Gitarre in die Hand. Das Ergebnis war das Album
Double Fantasy, das abwechselnd ein Lied von ihm und eins von Ono enthielt. Die Texte der Stücke handelten fast ausschließlich von Beziehung und Familienleben und zeigten einen deutlich gereiften Lennon. Das Album erreichte den ersten Platz der Hitparaden in den USA und Großbritannien.
Tod
thumb|John Lennons Apartment in New YorkAm 8. Dezember 1980 wurde Lennon von Mark David Chapman, einem einstigen Verehrer, ermordet. Der 25-jährige Chapman hatte vor dem Dakota Building, dem Apartmenthaus, in dem Lennon und Yoko Ono lebten, auf die Rückkehr seines Opfers gewartet.
Am Nachmittag hatte sich Chapman noch ein Autogramm von Lennon geben lassen. Die unerwartete Freundlichkeit, mit der ihm der Superstar begegnete, ließ ihn zunächst vor dem Mord zurückschrecken. Am Abend kehrten Lennon und Ono aus einem Aufnahmestudio zurück. Als sie das Dakota Building betraten, feuerte Chapman mehrere Schüsse ab. Lennon wurde fünf mal getroffen und starb gegen 23 Uhr auf dem Weg ins Roosevelt-Krankenhaus.
Chapman, der heute in einem Hochsicherheitsgefängnis im Staat New York sitzt und bislang vergeblich darauf hoffte, dass man seine Haft zur Bewährung aussetzt, erklärt selbst, er habe John Lennon getötet, weil er ein ?Jemand sein wollte?.
[web.de: Lennons Mörder unaufhaltbar] Nach der Einschätzung von Jack Jones, einem Journalisten, dem Chapman zu Beginn der 90er Jahre seine Version der Tat erzählte, ist Chapman ?noch heute stolz, weil er etwas tat, das die Welt auf ihn aufmerksam machte?.
Vor Gericht gab Chapman als Motiv an, er habe dem Buch
Der Fänger im Roggen zu weltweitem Ruhm verhelfen wollen, das er bei seiner Verhaftung bei sich trug. Vermutlich hatte sich der Mörder tatsächlich schon früh mit dem 16-jährigen Romanhelden Holden Caulfield identifiziert. Dass er sich darüber hinaus von dem Buch zu seiner Tat inspiriert fühlte, scheint allerdings unglaubwürdig. Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann geht davon aus, dass Chapman in diesem Fall das Buch ?schon sehr früh eingepackt und mitgenommen hätte?. Da er es aber erst unmittelbar vor der Tat gekauft habe, sei ?das eigentliche Motiv Narzissmus?.
Nach Lennons Tod
thumb|Imagine-Mosaik, Strawberry Fields in New Yorkthumb|Der nach Lennon benannte Flughafen in LiverpoolNach seinem Tod entwickelte die Figur Lennon ein erstaunliches Eigenleben. Über seinen Tod entstanden die kühnsten Theorien. Das Album, das er 1980 gerade aufnahm,
Milk and Honey, wurde von Ono fertiggestellt und 1984 veröffentlicht. Alle paar Jahre ?findet? seine geschäftlich geschickte Witwe Kisten und Kartons mit ?verschollenem? Material, das die pünktlich zu Weihnachten erscheinenden Best-Ofs und Anthologien immer wieder zu Verkaufsschlagern macht.
In Berlin wurde 1994 ein Gymnasium nach John Lennon benannt.
Eine Wiedergeburt der besonderen Art erlebte Lennon im Jahre 1995, als sich die restlichen Beatles zusammensetzten, um drei Doppel-CDs mit unveröffentlichtem, bis dahin nur auf Bootlegs vorhandenem Material herauszubringen. Im Tonstudio wurde Lennons Gesang den Stücken
Free as a Bird und
Real Love hinzugefügt und die Beatles führten nach 25 Jahren weltweit wieder die Single-Hitparaden an.
Im Juli 2005 startete in New York am Broadway das Musical
Lennon. Es erzählt die Geschichte John Lennons anhand von Zitaten und Liedern des Ex-Beatles. Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit Yoko Ono und enthält mit den Titeln
India, India,
I Don't Want to Lose You und
Cookin' (in the Kitchen of Love) drei von Lennon nicht veröffentlichte Kompositionen. Das Musical, in dem die Lebensstationen John Lennons von drei verschiedenen Darstellern unterschiedlichen Alters dokumentiert werden, wurde bereits im Oktober 2005 wegen mangelnder Resonanz wieder vom Spielplan genommen.
2005 stellte Yoko Ono Amnesty International die Bearbeitungsrechte für alle Solotitel von John Lennon zur Verfügung. ?Johns Musik war immer darauf angelegt, Veränderungen herbei zu führen, genau so ist es mit ?Make Some Noise?. Wenn wir für die Menschenrechte eintreten, können wir die Welt zum Besseren verändern?, so Yoko Ono. Im Juni 2007 erschien eine Benefiz-Doppel-CD
Instant Karma: The Amnesty International Campaign to Save Darfur, auf der bekannte Musiker und Bands (u.a. Green Day, Jack Johnson und U2) Coverversionen von Lennon-Songs spielen. Das Album ist ein Appell für den Frieden in Darfur im Sudan. Auch sämtliche eingenommenen Gelder gehen als Spenden für Hilfsorganisationen dorthin.
Gleich mehrere neue Bücher bemühten sich 2005, den Mythos Lennon in Worte zu fassen: Bob Gruen unterzog in ?John Lennon: The New York Years? die Jahre als Solokünstler in New York einer näheren Betrachtung, Lennons erste Frau Cynthia dachte in ?John? an die gemeinsamen Ehejahre zurück, und Yoko Ono steuerte in ?Memories Of John Lennon? persönliche Erinnerungen aus der Zeit der zweiten Ehe bei.
John Lennon bleibt, auch 25 Jahre nach seinem Tod, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ? nicht nur in musikalischer Hinsicht. Ein Zeugnis dafür ist das spontane Zusammenkommen Hunderter von Fans, die sich bis heute jedes Jahr am 8. Dezember in Strawberry Fields treffen, einem ihm gewidmeten Abschnitt des Central Parks unweit des Dakota Buildings in New York. Weitere Belege für die anhaltende Wertschätzung, die Lennon weit über die Grenzen der Musikwelt hinaus genießt, sind die Umbenennung des Flughafens von Liverpool in ?John Lennon Airport? oder die Taufe eines kleinen Planeten, der in einer Entfernung von 350 Millionen Kilometern um die Sonne kreist, auf seinen Namen. Auch die Wahl unter die ?100 Greatest Britons? ? die Zuschauer der BBC platzierten Lennon auf den achten Platz ? spricht eine deutliche Sprache. Bono von U2, ein erklärter Bewunderer, sagte dazu:
Gemäß dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes betrugen die Einkünfte der Erben John Lennons ausWerbung, Lizenzen und Plattenverkäufen der Zeit Oktober 2006 bis Oktober 2007 insgesamt 44 Millionen US-Dollar. Lennon liegt damit hinter Elvis Presley auf Platz 2 der Liste mit den Einkommen verstorbener Berühmtheiten.
[ Bericht bei Spiegel Online ]Mick Jagger hat im Oktober 2007 ein Stück veröffentlicht, das er 1973 mit John Lennon aufgenommen hatte. Er habe die Aufnahme mit dem Titel
"Too Many Cooks (Spoil The Soup) nach langer Zeit wiedergefunden.
[ Mick Jagger: Unveröffentlichter Song mit Lennon Artikel bei laut.de]
Politisches Engagement
Am 4. November 1963 fällt Lennon erstmals mit einer sozialkritischen Äußerung auf. Während eines Beatles-Auftritts in der Royal Command Performance in London, bei der einige Mitglieder des britischen Königshauses anwesend sind, sagt Lennon ?Ihr auf den billigen Plätzen klatscht in die Hände, die andern können mit ihren Klunkern rasseln.? Noch kaschiert der 23-Jährige die Äußerung mit einem verlegenen Lächeln.
Am 26. Oktober 1965 erregt das aus dem Zusammenhang gerissene Lennon-Zitat, die Beatles seien bekannter als Jesus, Aufruhr unter christlichen Gruppen in den USA. Es wird zum Boykott der Beatles aufgerufen und öffentlich gegen Konzerte demonstriert. Der Ku-Klux-Klan droht mit Gewalt.
Am 15. Juni 1968 verschicken Lennon und Ono Eicheln an die Mächtigen der Welt, die sie für den Frieden einpflanzen sollen. Die Aktion erfährt zwar große Aufmerksamkeit in den Medien, wird jedoch eher belächelt. Kein Staatsmann kommt der Aufforderung nach.
In ihren Flitterwochen veranstalten Lennon und Ono eine Friedenskampagne und mehrere so genannte ?Bed-Ins?, unter anderem am 26. März 1969 in Amsterdam und vom 24. bis zum 31. Mai 1969 in Montreal. Lennon und Ono verlassen sieben Tage das Bett nicht und erreichen damit weltweite mediale Aufmerksamkeit. Die meiste Zeit geben sie Interviews und empfangen im Pyjama verschiedene Gäste. In Montreal wird vom Bett aus der Song
Give Peace a Chance eingespielt.
Am 25. November 1969 schickt Lennon seinen MBE-Orden an die Königin zurück, um gegen die britische Beteiligung an ?diesem Nigeria-Biafra-Ding? und dem Vietnam-Krieg zu protestieren. Vom 16. bis zum 24. Dezember 1969 lassen Lennon und Ono in zwölf Großstädten riesige Plakate mit dem Slogan ?War is over (if you want it)? (?Der Krieg ist aus! Wenn du es willst!?) aufhängen. Im Dezember 1971 nehmen Lennon und Ono an einer Kundgebung in New York teil, gegen die Verurteilung des Schriftstellers John Sinclair zu zehn Jahren Gefängnis wegen des Verkaufs von zwei Haschisch-Joints. Im gleichen Monat demonstrieren beide in New York gegen die britische Politik in Nordirland.
1972 und 1973 nehmen Lennon und Ono an verschiedenen politischen Aktionen meist in New York oder Los Angeles teil, unter anderem demonstrieren beide für die Rechte von Indianern, Afro-Amerikanern und Strafgefangenen. Sie interessieren sich für die Watergate-Anhörungen und geben Geld für die Black Panther Party und die Abtreibungsbewegung. Das Paar äußert sich häufig und spricht offen über Drogen und Sex, was immer wieder Aufsehen erregt.
Seit 1972 führt das FBI eine Akte Lennon. Am 6. März 1972 wird eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung für die USA abgelehnt. Damit beginnt ein vier Jahre dauernder Kampf Lennons gegen die US-amerikanischen Einwanderungsbehörden. Lennon erklärt, dass die drohende Landesverweisung die Folge seiner Stellungnahmen gegen den Krieg sei. Am 23. März 1973 wird Lennon aufgefordert, die USA binnen 60 Tagen zu verlassen. Lennon verklagt daraufhin das Einwanderungsbehörde INS. Er behauptet, Opfer eines politischen Racheakts geworden zu sein. Er darf in den USA bleiben. Nach einem weiteren Prozess 1975/76 erhält Lennon am 27. Juli 1976 seine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung und die Green Card.
Ab Oktober 1976 zieht sich Lennon aus dem politischen Leben zurück.
Pseudonyme
John Lennon wurde unter anderem im Guinness-Buch der Rekorde erwähnt, weil er während seines Lebens und Wirkens unter 15 verschiedenen Pseudonymen Musik gemacht hatte.Er nannte sich Long John, Dr. Winston Booker Table & the Maître Ds, Dwarf McDougal, Rev Fred Ghurkin, Dr. Winston O'Ghurkin, Dr. Winston O'Boogie and Los Paranois, Musketeer Gripweed, Dr. Dream, Mel Torment, Dr. Winston O'Reggae, Honorary John St. John Johnson, Captain Kundalini, John O'Cean, Joel Nohnn und Dad.
Hitparadenplatzierungen
Singles
1 John Lennon & The Plastic Ono Band
2 John Lennon, Yoko Ono & The Plastic Ono Band
3 John Lennon with The Plastic Ono Nuclear Band
4 John Lennon, Yoko Ono & The Plastic Ono Band with The Harlem Community Choir
5 Im Jahre 1992 schaffte eine Neuveröffentlichung des Liedes in Deutschland Platz 7.
Alben
1 John Lennon & The Plastic Ono Band
2 John Lennon & The Plastic Ono Band (with The Flux Fiddlers)/ sprang 1980 nach Lennons Tod auf Platz 1 der deutschen Charts
3 John Lennon & Yoko Ono
Diskografie
Singles
- Give Peace A Chance (1969) UK # 2 US # 14
- Cold Turkey (1969) UK # 12 US # 30
- Instant Karma (1970) UK # 4 US # 3
- Mother (1970) US # 43
- Power To The People (1971) UK # 6 US # 11
- Imagine (1971) UK # 1 US # 3
- Woman Is The Nigger Of The World (1972) US # 57
- Happy X-Mas (War Is Over) (1972) UK # 4
- Mind Games (1973) UK # 26 US # 18
- Whatever Gets You Through The Night (1974) UK # 36 US # 1
- No. 9 Dream (1974) UK # 23 US # 9
- Stand By Me (1975) UK # 30 US # 20
- (Just Like) Starting Over (1980) UK # 1 US # 1
- Woman (1981) UK # 1 US # 2
- Watching The Wheels (1981) UK # 30 US # 10
- Nobody Told Me (1984) UK # 6 US # 5
- Borrowed Time (1984) UK # 32
- I`m Stepping Out (1984) US # 55
Alben
- Unfinished Music No. 1 ? Two Virgins (1968)
- Unfinished Music No. 2 ? Life With The Lions (1969)
- The Wedding Album (1969)
- Live Peace In Toronto (1969)
- John Lennon/Plastic Ono Band (1970) UK # 8 US # 6
- Imagine (1971) UK # 1 US # 1
- Sometime In New York City (1972) UK # 11 US # 48
- Mind Games (1973) UK # 13 US # 9
- Walls And Bridges (1974) UK # 6 US # 1
- Rock'n'Roll (1975) UK # 6 US # 6
- Shaved Fish (Best Of) (1975) UK # 5 US # 12
- Double Fantasy (1980) UK # 1 US # 1
Postum erschienene Alben
- The John Lennon Collection (Best Of) (1982) UK # 1 US # 33
- Milk And Honey (1984, neue Lieder aus den Double Fantasy-Sessions) UK # 3 US # 11
- Live In New York City (1986) UK # 55 US # 41
- Menlove Ave (1986, neue Lieder aus den Walls And Bridges-Sessions)
- Imagine John Lennon (1988, Soundtrack zum gleichnamigen Film) UK # 64 US # 31
- Lennon (1990, 4-CD-Box mit fast allen Lennon-Solo-Songs)
- Lennon Legend - The Very Best Of (1997) UK # 3 US #65
- The Lennon Anthology (1998, 4-CD-Box mit Alternativ-Versionen bekannter sowie unveröffentlichten Liedern) UK # 64 US # 99
- Wonsaponatime (Auswahl aus The Lennon Anthology) (1998) UK # 76
- Acoustic (2004, akustische Versionen der bekanntesten Lieder) US # 31
- Peace, Love & Truth (2005)
- Working Class Hero - The Definitive Lennon (Best Of) (2005) UK # 11
- The U.S. vs. John Lennon (Soundtrack) (2006) US # 19
DVD
- John Lennon and The Plastic Ono Band: Sweet Toronto (1988 Pennebaker Assoc, Inc.)
- Gimme Some Truth: The Making of John Lennon's ?Imagine? Album (2000 Yoko Ono Lennon under exclusive licence to Capitol Records Inc.)
- John & Yoko's Year of Peace (2000 CBC Home Video)
- John Lennon Legend: The Very Best Of John Lennon (2003 EMI Records)
- Imagine John Lennon (2005 Warner Bros.)
- The Dick Cavett Show - John & Yoko Collection (2006 Studio 65)
- John & Yoko - Give Peace A Song (2006 CBC Home Video)
Auszeichnungen
- 6 Grammys mit The Beatles
- 1 Grammy (1981 für Album of the year "Double Fantasy")
- 1965 Order of the British Empire in der Stufe MBE; 1969 zurückgegeben
Filme
- Yeah Yeah Yeah (1964)
- Hi-Hi-Hilfe! (1965)
- Magical Mystery Tour (1967)
- Yellow Submarine (1968)
- Let It Be (1970)
- Wie ich den Krieg gewann (1967)
- The Rolling Stones Rock and Roll Circus (1968, Kurzauftritt als The Dirty Mac)
- Keep On Rocking (Sweet Toronto) (1969)
- sowie etliche Kurzfilme mit Yoko Ono
Literatur
- Coleman, Ray: John W. Lennon. Höfen: Hannibal, 2000. ISBN 3-85445-168-7
- Lennon, Cynthia: John. Deutschland: Goldmann, 2005.ISBN 3-442-15406-5
- Voormann, Klaus: Warum spielst Du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John? Erinnerungen an die Beatles und viele andere Freunde. Deutschland: Heyne, 2003. ISBN 3453873130
Einzelnachweise
Siehe auch
Weblinks
The BeatlesMannBritischer KünstlerBritischer MusikerGitarristRocksängerSongwriterSchauspielerFilmregisseurDrehbuchautorFilmproduzentKnightGeboren 1940Gestorben 1980Attentatsopfer
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